Nachgefragt! Was hat die Evangelische Kirche mit Elementarbildung zu tun?

Elementarbildung © BlueOrange Studio - Fotolia.com

Was ist Elementarbildung und was hat es mit Kirche zu tun? Georg Hohl, Geschäftsführer des Evangelischen Landesverbands Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V gibt einen Einblick in die Elementarbildung. 


Ein historischer Einblick

Der Elementarbereich als erste Stufe des Bildungssystems hat in Deutschland kirchlich-diakonische Wurzeln. Nicht wenige der Kindertageseinrichtungen im Bereich der Evangelischen Landeskirche können auf eine über 150-jährige Geschichte zurückblicken.

Meist als sogenannte „Kinderbewahranstalten“ gegründet, waren die Einrichtungen eine diakonische Reaktion auf die soziale Not von Kindern und Familien Mitte des 19. Jahrhunderts. Vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts und unter dem Einfluss des religiös begründeten Bildungsdenkens Friedrich Fröbels wurden die Kindergärten dann auch als Bildungseinrichtungen verstanden.

Nach wie vor stellen kirchliche Träger über 50 % der Plätze in Kindertageseinrichtungen im Bundesland Baden-Württemberg bereit. Im Jahr 2014 betreiben 450 Kirchengemeinden als Träger 868 Einrichtungen mit 1.992 Gruppen. Dazu kommen 72 Einrichtungen in der Trägerschaft kirchlicher Vereine oder sonstiger kirchlicher Träger mit 207 Gruppen.

Neue Anforderungen an Kindertageseinrichtungen

Im bildungs- und familienpolitischen Aufbruch der vergangenen Jahre haben sich Profil und Aufgaben der evangelischen Kindertageseinrichtungen weiterentwickelt. Öffnungszeiten und Betreuungskonzepte wurden bedarfsgerecht weiterentwickelt. Der Ausbau der Kleinkindbetreuung, auch im Zuge des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz ab dem ersten Geburtstag, ist zügig vorangegangen.

Das Bildungskonzept

Das Profil evangelischer Kindertageseinrichtungen erweist sich in besonderen Bildungskonzepten, die die religiöse Bildung von Kindern ausdrücklich einbeziehen und im engen Bezug zum Leben der Kirchengemeinde stehen. Die verschiedenen Dimensionen des Kindergartenalltags wie Spiel, Stille, Raumgestaltung, Geschichten, Rituale und Feste im Kirchenjahr sind offen für religiöse Lernprozesse. Schon Kinder haben religiöse Fragen und Antworten. Sie dürfen mit diesen Fragen und Antworten, mit ihren Zugängen zu Gott und der Welt nicht alleine gelassen werden. Evangelische Kindertageseinrichtungen eröffnen Zugänge zu Inhalten und Ausdrucksformen des christlichen Glaubens. Die Erzählungen der Bibel öffnen einen Zugang zu Kirche als Erzählgemeinschaft und geben Orientierung. Die Anwesenheit von Kindern einer anderen Religion und Kultur darf dabei nicht zum Rückzug auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner einer allgemeinen Religiosität führen. Kinder müssen heute vielmehr auch im Bereich der Religion die Normalität der Verschiedenheit entdecken.


Begegnungsorte für Erwachsene und Familien

Evangelische Kindertageseinrichtungen sind zunehmend nicht mehr nur Orte für Kinder, sondern auch Begegnungsorte für Erwachsene, für Familien. Entwicklungen von Kindertageseinrichtungen zu Nachbarschaftszentren bzw. Familienzentren sind vielerorts verwirklicht worden. Familien erhalten am Ort der Kindertageseinrichtung Unterstützungsangebote, ihr Leben mit Kindern zu gestalten. Die Mütter-Cafeteria im Kindergarten, der Samstagnachmittag für Väter, die Bildungsangebote und Gesprächsmöglichkeiten sowie die Vermittlung weiterer Hilfen wie solcher der Erziehungsberatung sind Beispiele für das Angebot in Familienzentren, die zugleich vielfältige Beteiligungs- und Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Evangelische Kindertageseinrichtungen sind Kristallisationsorte in Gemeinde und Gemeinwesen.

 

Georg Hohl

 
 
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