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Die Menschen und das Ziel im Blick behalten in den Zeiten der Veränderung - Umsetzung Bildungskonzeption plus

Zeiten verändern sich

Der einschneidende Rückgang der Finanzmittel 2004 und 2005 machte eine strikte Reduzierung der Ausgaben ebenso nötig, wie die Steigerung möglicher Einnahmen. Deshalb stand und steht die Evangelische Landeskirche in Württemberg vor erheblichen Veränderungen. Dafür stehen die Projekte Umsetzung Bildungskonzeption plus, Neuorganisation des Oberkirchenrates, die Bündelung von Immobilien- und Personalverwaltung, Einführung Rechnungswesen und Belegungsmanagement sowie die Überprüfung der Struktur Kirchlichen Verwaltungsstellen.

Strukturveränderungen dürfen sich nicht nur im Reagieren auf den finanziellen Rückgang erschöpfen. Die oben genannten Projekte werden aktiv dazu genutzt, die innere und äußere Gestalt unserer Kirche gemäß ihrem Auftrag situationsgerecht weiterzuentwickeln. Veränderungsprozesse haben dabei ihre eigene Dynamik. Sie lassen sich nicht vollständig planen. Aber es ist möglich und nötig, die Bedingungen so zu gestalten, dass gute und tragfähige Ergebnisse erzielt werden.

Aufgenommen wurden Vorarbeiten aus der Arbeitsgruppe Bildung der Jahre 2001 bis 2003. Damals wurde bereits mit dem Blick auf Nachhaltigkeit vor allem unter bildungskonzeptionellen und organisationsbezogenen Gesichtspunkten gearbeitet. Die vereinbarten Ziele lauteten unter anderem: Keine Fortsetzung der strukturneutralen und budgetbezogenen Kürzungen. Die Chance der Veränderung zu Neustruktur unter konzeptionellen Gesichtspunkten erkennen und nutzen. Denn schließlich sollten die Kürzungsmaßnahmen einen Beitrag leisten zur Stabilisierung der finanziellen Rahmenbedingungen für die Einrichtungen, Dienste und Werke. Damit erhofften sich alle Beteiligten, dass die Bedeutung und Chance der Bildungsarbeit gestärkt wird.

 

Menschen im Blick
Reformen und Veränderungen sind um der Menschen willen da, nicht die Menschen um der Reform willen. Es ist deshalb ebenso verkehrt, eine Reform an den Mitarbeitenden vorbei durchzusetzen, wie es verkehrt ist, die um der Gesamtverantwortung willen notwendige Reform gar nicht erst anzugehen. Es geht um transparente Prozesse und Veränderungen, die von den Betroffenen mit vollzogen werden, so dass sich Beteiligte mit ihrem Wissen und Können einbringen können und zum Gelingen des Ganzen ihren Teil beitragen.

Diesen Grundgedanken setzte das Projekt Bildungskonzeption plus in den Jahren 2005 und 2006 (vgl. Vorgeschichte & Entwicklungen) mit der Beteiligung von insgesamt zwölf Arbeitsgruppen nach dem Grundsatz um: Reformen, die diesen Namen verdienen, müssen auf einer Solidarität der Verantwortung beruhen. Somit ist beides eingeschlossen: dass jeder nach dem Maß seiner Möglichkeiten für seinen Bereich verantwortlich ist, und dass jeder nach dem Maß des ihm Möglichen Verantwortung für andere und das Ganze unserer Kirche wahrnimmt.

Die Immobilienfrage konnte nicht ausgeklammert werden, denn die Forderung blieb, den Gebäudebestand zu reduzieren. Die Frage der Standorte für die einzelnen Bildungseinrichtungen verzögerte die Umsetzung der strukturellen und konzeptionellen Ergebnisse aus der Planungsphase. Verschiedene Varianten einer „Innenstadtlösung“ wurden 2006 und 2007 geprüft. Im Sommer 2008 beschloss der Oberkirchenrat ein Immobilienkonzept (vgl. Immobilien und Standorte), das jetzt umgesetzt wird.

 

Wissen, worauf es ankommt
Die Umsetzung Bildungskonzeption plus basiert auf Synodalbeschlüssen, die Ergebnisse der Bildungskonzeption 2003 aufnehmen (vgl. Vorgeschichte & Entwicklungen): Bildungsarbeit ist für unsere Kirche auch bei zurückgehenden Mitteln nach wie vor von grundlegender Bedeutung. Unverzichtbare Aufgabe bleibt: die Bedeutung und die Chancen der Bildungsarbeit zu stärken, die bisherige Arbeit zu würdigen und die Motivation der Verantwortlichen zu erhalten und zu fördern.

 

Das Ziel vor Augen
"Wer nicht weiß, wohin er segeln will, für den ist kein Wind der richtige" (Seneca). Ziel der Umsetzung Bildungskonzeption plus ist, die konzeptionellen Vorarbeiten mit den Kürzungsvorgaben in neue, zukunftsfähige Strukturen zu führen. Durch Konzentration und Vernetzung von Aufgaben, wie dies durch die Schwerpunktsetzung in den vier Arbeitsfeldern geschehen ist, soll der kirchliche Bildungsauftrag auch in Zukunft wenn auch mit deutlich geringeren Ressourcen dennoch gut erfüllt werden.
Im Sinne der Dienstleistung für die inhaltliche Arbeit werden folgenden Bereiche bearbeitet:

  • Bündelung der Personalverwaltung und der Immobiliewirtschaft
  • Neuentwicklung von Verwaltungsstrukturen der Arbeitsbereiche
  • Umbau Gebäude und Umzüge der Einrichtungen an neue Standorte
  • Umsetzung der Trennung von inhaltlichem Bereich und Tagungsmanagement im Haushalt der Landeskirche
  • Öffentlichkeitsarbeit und Belegung von Tagungshäuser im Internet über das Bildungsportal
  • Die Ergebnisse aus den Visitationen in Kirchengemeinden und -bezirken, sowie Diensten, Werken und Einrichtungen für die Weiterentwicklung der gesamten Landeskirche
  • Einheitliche Standards in EDV, Rechnungswesen und Belegungsmanagement
  • Zukunftsfähige Versorgung der Bildungshäuser im Bereich Küche und Gastbetrieb

 

Ziele der Umsetzung Bildungskonzeption plus
Die weitere Details der Planungen zur Umsetzung Bildungskonzeption finden Sie unter: weitere Planungen. Hier sind die organisatorischen und strukturellen Ziele beschrieben:

  • Die zukünftigen Aufgaben und Angebote, die Leistungsstrukturen der Arbeitsbereiche, sowie die notwendigen Ressourcen, Stellen und Stellenprofile sind beschrieben ebenso in welchen Gebäuden diese Angebote umgesetzt werden.
  • Ein gemeinsames Belegungsmanagement mit einheitlichen Standards verbunden mit dem Rechnungswesen verbessert die Auslastung der Tagungshäuser
  • Die Bündelung der Personalverwaltung bearbeitet alle anfallenden Personalangelegenheiten und das Immobilienreferat bewirtschaftet und unterhält die Tagungshäuser.
  • Eine funktionstüchtige Verwaltung managt die Tagungshäuser und unterstützt die inhaltlichen Arbeitsbereiche
  • Die Anbindung der Arbeitsbereiche an den Oberkirchenrat ist organisatorisch umgesetzt.
  • Auch in Zukunft muss es darum gehen, den Rückgang der Finanzmittel durch neue Einnahmequellen teilweise auszugleichen.

 

Fazit Bildungskonzeption
Es widerspricht dem Wesen der Kirche, wenn die Sorge um einen in der Vergangenheit erworbenen Bestand und eine berechnende Angst vor der Zukunft zu bestimmenden Merkmalen ihres Handelns werden. Nach reformatorischem Verständnis ist die Kirche eine die erneuerungsbereit sein will. Also kein statisches Bollwerk, sondern Kraft des Heiligen Geistes eine Gemeinschaft in Bewegung und Veränderung.
Der jüngst verstorbene Sir Peter Ustinov beschrieb das Wesen von Hoffnung so:  "Wer statt Erwartungen Hoffnungen hat, wird in seinem Leben weit weniger enttäuscht. Als Christ wird man gelassener und nimmt sich selbst weniger wichtig. Das setzt allerdings auch voraus, dass Innerlichkeit und Spiritualität mit dem Engagement für weltliche und politische Belange in einer Balance stehen."

 Hans-Joachim Janus


 

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