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Als kulturelles und spirituelles Angebot stellt sich der Besinnungsweg Bittenfeld im Rems-Murr-Kreis dar. Dort gibt es nicht nur historische Gebäude und Plätze zu sehen, sondern auch beschauliche Kunstwerke, die an 12 Stationen geistige Impulse zum Naturerlebnis der besonderen Art geben.

Start und Ziel des Weges werden von zwei Kirchen in Bittenfeld und Siegelhausen gebildet: Der katholischen Kirche St. Martin und der Evangelischen Ulrichskirche. Erstere stellt die Station „Heimat“ dar. Denn 1960 wurde die Kirche von denjenigen erbaut, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat aufgeben mussten. Damit gestaltete sie sich für viele Gläubigen zu einem besonderen Ort für Gemeinschaft, Tradition, Erinnerung und Hoffnung. Der Weg zur Ulrichskirche im Nachbarort Siegelhausen dagegen diente schon früher als es in Bittenfeld noch keine eigene Kirche gab, als Weg zur ersten Kirche im Umkreis. War also damals schon Zielpunkt vieler Reisenden.
Die Idee zu dem knapp acht Kilometer langen Rundweg mit 12 Stationen in und um Bittenfeld kam den beiden ehrenamtlichen Kirchenmitarbeiterinnen Christine Itzrodt und Beate Schollenberger im Jahre 2006. Während ihres Einsatzes bei einem Seniorennachmittag erfuhren sie von Teilnehmern den Wunsch, Spiritualität in Verbindung mit Natur zu erleben. Das spontan gegründete Team, zu dem sich auch Stadt- und Ortschaftsrat Horst Jung sowie Pfarrer Jochen Maurer gesellten, holte sich sogleich Anregungen bei bestehenden Pfaden und machte sich unter Berücksichtigung der neuen Ortsentwicklungspläne an die Umsetzung des Werkes.

Ein besonders beliebter Ort des beschaulichen Weges ist die Station „Stille“. Denn an ihr befindet sich ein kleiner Holzengel, der fast unter dem Dickicht des Waldrandes verlorengeht. Doch das ist so gewollt: Dem Team war es wichtig, dass die Kunstwerke so gestaltet und platziert werden, dass der Betrachter das Gefühl bekommt, sie gehören dorthin. Ebenso wichtig war es dem Team, den Spaziergängern die Möglichkeit zu bieten, sich längere Zeit an der Station „Stille“ aufhalten zu können. Deshalb steht dort eine Holzbank auf der die Besucher die Waldesstille genießen und sich vom Alltag erholen können.
Wenige Stationen vorher kann man beim Thema „Geborgenheit“ unter einem Weidenpavillon am Zipfelbach Schatten und Schutz finden. Das Blätterdach des Pavillons ist ein Symbol für die Ungeschütztheit und Vorläufigkeit des Lebens. Zudem verweist die Offenheit der Hütte auf die unbedingte Verlässlichkeit und Treue Gottes. Gestaltet wurde der Pavillon von Schülern und Lehrern der Ludwig-Schlaich-Schule in Waiblingen.
Zum tieferen Verständnis der Kunstwerke gibt es an jeder Station einen erläuternden oder vertiefenden etwa eineinhalb Meter hohen Pfeiler mit Erläuterungstafel. Dort ist im unteren Teil jeweils der Ort benannt, an dem man sich befindet, zudem sind die beiden Stationen davor und danach angegeben. Sie gewährleisten eine bessere „Vernetzung“ der einzelnen Stationen und dienen der besseren Orientierung der Besucher. Auf den meisten der Erläuterungstafeln befindet sich außerdem ein kurzes Schillerzitat. Denn Schillers Vater ist in Bittenfeld geboren.

Eines der Zitate lautet: „Nichts Süßres gibt es, als der Sonne Licht zu schauen“. Es ist an der Station „Wasser, Feuer, Erde, Luft“ zu lesen. Die Brunneninstallation, die verschiedene Zeichen des Tierkreises zeigt, hat Claudia Kopp vom Berufskolleg für Grafik-Design, Fellbach, angefertigt. Ihr Anliegen war es, dem Betrachter kenntlich zu machen, dass Wasser als erfrischendes, kühlendes, reinigendes und belebendes Element für jeden Menschen eine archetypische Erfahrung darstellt.
Umgesetzt wurden die einzelnen Stationen mit geringen finanziellen Mitteln. Durch zahlreiche Spenden und das vielfältige ehrenamtliche Engagement von den Bürgern in Bittenfeld, der Stadt Waiblingen sowie den Kirchengemeinden standen dem Team insgesamt 4.000 Euro zur Verfügung. Von Anfang an jedoch war es beschlossene Sache, dass der Weg in Zusammenarbeit mit Schülern und Studenten und weniger durch die Unterstützung von Künstlern gestaltet wurde.
Der knapp acht Kilometer lange Besinnungsweg ist als Ganzes oder in Abschnitten begehbar. Der Einstieg ist an allen Stationen möglich. Broschüren zum Besinnungsweg sind auf dem Rathaus Bittenfeld, Schulstraße 3, 71336 Bittenfeld oder in der Michaelskirche Waiblingen zum Preis von 1 Euro erhältlich.
Weitere Informationen zum Besinnungsweg Bittenfeld:
www.dekanat-waiblingen.de/cms/startseite/kirche-kreativ/besinnungsweg-bittenfeld
www.regio-wn.de/besinnungsweg_bittenfeld.html
Führungen: 07146-42949
Weitere Besinnungswege:
Besinnungsweg Fellbach
www.besinnungsweg-fellbach.de
WeiterWeg in Gschwend-Rotenhar im Ostalbkreis
www.WeiterWeg.info
Audiobeitrag über den WeiterWeg bei der Agentur für Privatradio in Württemberg
Jasmin Schlotterbeck