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|| Home > Bildungsanbieter > Pfarramt für das Gespräch zwischen Christen und Juden > Michael Volkmann - Leiter des christlich-jüdischen Dialogs

Pfarrer Michael Volkmann (55 Jahre) leitet seit 2003 den christlich-jüdische Dialog.
Er hat sich aber schon als 8-Jähriger für die jüdische Geschichte interessiert.
"Das Interesse wurde hauptsächlich von meiner Mutter ausgelöst. Sie hat sich als gläubige Christin nach dem zweiten Weltkrieg mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich das deutsche Volk so an dem jüdischen Volk - dem Augapfel Gottes - vergehen und sich so quasi selber an Gott vergehen konnte", sagt der verheiratete Familienvater. Diese Gespräche und die alttestamentlichen Geschichten hätten ihn als Kind geprägt. Und das Engagement seiner Tante, die in den 50-er und 60-er Jahren in Maisenbach bei Zedakah, einer christlichen Organisation, die Überlebenden des Holocaust Erholungsaufenthalte in Israel ermöglichen, mitarbeitete. Als Kind war Volkmann oft in Maisenbach zu Besuch und als die Tante 1962 aus Israel einige Briefmarken mitbrachte, war der kleine Grundschüler total begeistert. "So sehr, dass ich im Reliunterricht einen hebräischen Buchstaben an die Tafel gemalt habe. Das Lamed, der erste Buchstabe auf der Briefmarke und der letzte Buchstabe des Wortes Israel. Dass die hebräische Schreibrichtung eine andere ist, habe ich dann später gelernt", sagt Michael Volkmann und schmunzelt über seine Kindheitserinnerungen. "Aber ich habe damals verstanden: diese Briefmarken des Staates Israel haben etwas zu tun mit diesem Land Israel aus der Bibel. Und das hat mich fasziniert."
Mit 13 hat Volkmann in den Medien über den Sechs-Tage-Krieg erfahren und sich von da an über die Nahost-Politik informiert. Mit 18 reiste er zum ersten Mal nach Israel und mit 20 Jahren für ein Jahr als Freiwilliger der Aktion Sühnezeichen. "Meine Hauptmotivation Theologie zu studieren war das Interesse für das Judentum in Kombination mit dem Interesse an meinem christlichen Glauben", sagt Volkmann, der Theologie, Erziehungswissenschaft und Judaistik studierte und in Sozialwissenschaften promovierte.
Michael Volkmann ist Ehrenmitglied der jüdischen Gemeinde in Petrozavodsk seit er zusammen mit Pfarrer i. R. Dankwart-Paul Zeller eine Partnerschaft zwischen der russischen Gemeinde und seiner damaligen evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Tübingen initiierte. Die Nahost-Politik, sagt Michael Volkmann, verfolge er jetzt seit über 40 Jahren intensiv. Das Land bereist er immer wieder, früher auch zu Forschungsaufenthalten. Volkmann hat während seiner wissenschaftlichen Ausbildung Bücher über die jüdische Bildungsarbeit geschrieben.
Susanne Siebel
Fotos: © Michael Volkmann

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